Ein museales Angebot des Lohrer Schulmuseums
für Weihnachten 2025

Frohe Weihnachten
Das Lohrer Schulmuseum lädt an den Weihnachtsfeiertagen 25. und 26. Dezember 2025 während der regulären Öffnungszeit
von 14:00 bis 16:00 Uhr
zu einem kostenlosen Besuch des Museums ein.
 Die Gäste erhalten kleine Geschenke.


Klassenzimmer um 1910, Raum-Teilansicht im Lohrer Schulmuseum, (Foto: Ulrich Prantl)
Klassenzimmer um 1910, Raum-Teilansicht im Lohrer Schulmuseum, (Foto: Ulrich Prantl)

Es gibt in dem Museum unendlich viel Unerwartetes zu entdecken: Wie lebte früher ein Lehrer? Welche Aufgaben hatte er noch außer, dass er unterrichten musste? Heute werden im Unterricht oft Videos gezeigt; welche Möglichkeiten hatten die Lehrer früher, um z. B. fremde Länder und Kulturen vorzustellen? Was bekamen Buben und Mädchen früher zu Weihnachten geschenkt?...

Lehrerwohnung im Schulhaus um 1910; Teilansicht; (Foto: Ulrich Prantl)
Lehrerwohnung im Schulhaus um 1910; Teilansicht; (Foto: Ulrich Prantl)

Über die Lehrerwohnungen im Schulhaus schreibt der Schulanzeiger für Unterfranken und Aschaffenburg 1873: „Der Zustand der Lehrerwohnungen
 ist in zahlreichen Fällen als schlecht bezeichnet. Ungenügendes Gelaß, die Zimmer klein und feucht und ungesund, wirken zusammen, um manche
Stelle förmlich in Verruf zu bringen.“ In den folgenden Jahrzehnten änderte sich diesbezüglich wenig, wie das nachfolgende Beispiel belegt.
In der „Statistischen Übersicht über die äußeren Verhältnisse der ungeteilten Schule in Neuendorf (bei Lohr a.Main) 1910/11“ vermerkt der
Schulvisitator mit Bezug auf die Lehrerwohnung im Schulhaus: „(...) rechts des Eingangs 1 Wohnzimmer 19 qm u. 1 Schlafzimmerchen 9,8 qm, Küche,
 kleines Dachzimmer, 2 über dem jetzigen Schulsaal befindl. Räume wegen ihres Zustandes nicht benutzbar. Stiege steil, schwer u. mit Unfallgefahr
passierbar; Schlafzimmer feucht; Wohnung sehr beschränkt. In die Schüler- u. Lehrer-Abortlokale haben Wind, Regen u. Schnee Zugang.“
(Text: Eduard Stenger)

Traumberuf Offizier
Traumberuf Offizier im Kaiserreich; (Foto: Ulrich Prantl) Militärische Aufrüstung unterm Weihnachtsbaum um 1910:
Gerade die Wilhelminische Zeit ist ein Paradebeispiel für den "Krieg" im Kinderzimmer, eine Zeit, in welcher der Berufsstand des
Offiziers
höher als alle bürgerlichen Positionen geachtet und der Dienst fürs Vaterland zur größten Tugend erhoben wurde.
Zur Vorweihnachtszeit boten dementsprechend Geschäfte und Kaufhäuser in ihren Katalogen ein reichhaltiges Sortiment an
Kriegsspielzeugen aller Art an. Es umfasste den gesamten militärischen Bereich von den Uniförmchen, Säbeln, Degen und Kinderhelmen
der
verschiedenen Waffengattungen bis hin zum "Kasernenschrank mit kompletter Ausrüstung" für 10,50 Mark. (Text: Eduard Stenger)

Das Museum war und ist seit seines Bestehens auch ein Ort der Lohrer Allgemeingeschichte.
Viele der insgesamt 100 Sonderausstellungen bis heute befassten sich mit historischen Vorgängen, so etwa „Die Geschichte der Lohrer Familie Göpfert“,
„Geschichte und Schicksal der Lohrer Juden“, „Lohr im Dritten Reich“, „Es geht aufwärts mit unserer Heimatstadt – Lohr 1945 – 1962“ usw.

Aber auch in der Dauerausstellung ist die Geschichte der Stadt und deren Einwohner präsent. „Die Familie Göpfert 1894 – 1986“, „Erinnerungen des Lohrers Dr. Josef Weis an seine Schulzeit am Lohrer Gymnasium 1922 – 1931“, „Der Lebenslauf der Höheren Tochter und späteren Lehrerin Babette Vogt 1863 – 1939“ sind einige Beispiele.
Vor allem aber der Eingangsbereich mit den großformatigen Fotos erinnert nicht nur an die Lohrer Schulen, sondern auch an das städtische Leben um 1900.

Das Lohrer Schulmuseum war nie ein Ort der Stagnation. Mit dem Erwerb weiterer Exponate wurden die Räume bzw. Vitrinen ergänzt und Aussagen vertieft.

Anmerkung: Der 1950 in Lohr a.Main geborene Gymasiallehrer im Ruhestand Ulrich Prantl schreibt auf seiner sehr umfangreichen Internetseite zum Spessart "Der Spessart (fast) alle Sehenswürdigkeiten in Wort und Bild" (https://spessart1.de) über das Lohrer Schulmuseum zusammenfassend: "Der Name Schulmuseum ist prägnant und griffig. Und unter Schule kann sich jeder etwas vorstellen. Allerdings geht das hier Gebotene weit über das hinaus, was sich ein Erstbesucher von einem Schulmuseum erwartet. Schule ist zwar Mittel- und Ausgangspunkt. Gleichzeitig erfährt aber der Besucher vieles über die letzten Jahre bis 1989 (Zusammenbruch der DDR). Eigentlich sollte für jeden Geschichts- und Sozialkundekurs der umliegenden Gymnasien ein Besuch in diesem Museum Pflicht sein." (Text Eduard Stenger)


Das Lohrer Schulmuseum im Ortsteil Lohr-Sendelbach ist
von Mittwoch bis Sonntag und an allen gesetzlichen Feiertagen jeweils von 14 bis 16 Uhr geöffnet.
 Gruppen können auch nach vorheriger Absprache außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Museum besuchen.
 (Kontakt: Eduard Stenger, Zum Sommerhof 20, 97816 Lohr a.Main; Tel. 09352/4960
oder 09359/317 oder 09352/848-465, e-Mail: eduard.stenger@gmx.net)

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